Gerade wenn Du jetzt primär nachrüstest und nicht die gesamte elektrische alte Verkabelung auf einer modernen Stand bringen willst, ist es vielleicht besser sich in ein SmartHome einzuleben und zu schauen was man eigentlich von so einem SmartHome individuell erwartet und für einem im Alltag einen Nutzen bringt. In so fern ist wirklich jedes SmartHome individuell auf die Bedürfnisse der dort lebenden Bewohner abgestimmt, dazu sollten aber auch alle Bewohner wissen, was sie denn von einem SmartHome erwarten. Im Idealfall wird bei einem Neubau schon die individuellen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt und das SmartHome dann auch so geplant und konzipiert. Ein richtiges SmartHome denkt mit und nimmt durch automatisierte Prozesse dem Bewohner Prozesse bzw. Entscheidungen ab. Nur weil jetzt jeder Marketingstratege meint mit dem Buzzword SmartHome schon eine Steckdosenleiste mit App verkaufen zu können, die aber an sich nur eine andere Form der Bedienung ist, hat das mit einem eigentlichen "Smart"Home zunächst nichts zu tun.invidianer hat geschrieben: 19. April 2020 00:56 Ich dachte, erstmal so viel, wie möglich, „smart“ zu machen (natürlich sofern „preiswert“) um dann die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu erkennen und nach und nach zu nutzen ...
Stell Dir vor Du wachst nachts auf und willst mal ins Bad. Jetzt kannst Du in einem SmartHome leben indem das Haus mitdenkt und Dir eben Entscheidungen abnimmt. Du stehst auf und das Bett erkennt das Du aufgestanden bist, LEDs in der Fußbodenleiste werden automatisch ganz schwach gedimmt. Das Licht folgt Dir auf dem Weg zum Bad automatisch, hinter Dir geht das Licht auch gleich wieder aus. Nachdem Du im Halbschalf Dich wieder ins Bett gelegt hast, geht das Licht wieder aus, ohne das Du irgendwo überhaupt einen Schalter gedrückt hast.
Der eine Bewohner findet ein solches Szenario genau das was er schon sich schon immer gewünscht hat. Jemand anderes gruselt es bei so einem Gedanken wenn das Bett weis das man nicht mehr drinnen liegt und man nicht mal mehr die freie Entscheidung hat ob ich im Stockdunkeln ins Bad stolpere, alternativ eine Taschenlampe nutzte oder wie gewohnt einfach das Licht einschalte. Der ein oder andere fühlt sich dann fremdbestimmt wenn das Haus entscheidet was passiert. Es macht jetzt aber auch kein Sinn wie bei Deinem Ansatz so viel wie möglich erst mal smart zu machen und dann zu schauen was es einem bringt. Das bedingt dann jeweils passende Sensoren, die verbaut sind, und auch eine passende Programmierung und wenn das am Schluss gar nicht genutzt wird bzw. nicht dem entspricht was die Bewohner wollen, ist das rausgeschmissenes Geld und Zeit.
Dann fange doch vielleicht einfach mal da an, wo Du es am sinnvollsten hältst, nämlich im Bereich Heimkino. Hier kannst Du zusammen mit den bestehenden Geräten und dem Logitech Hub und der Ergänzung durch ein Hausautomationssystem erst mal mit Siri und anderen Dingen experimentieren. Da lassen sich dann einfach Dinge ergänzen, die Dir dann auch Spass machen und auch nicht gleich alles auf einmal umgerüstet und ergänzt wird. Du kannst z.B. die bestehende Hue Beleuchtung mit einer Hue Sync HDMI Box ergänzen, dann ändert sich die Farbe der Hue Beleuchtung mit der Musik oder dem Film den Du gerade schaust. Du kannst das so ergänzen, dass wenn Du auf der Harmony Remote Play drückst die Beleuchtung automatisch langsam abdimmt und wenn Du Pause drückst die Beleuchtung wieder automatisch hoch dimmt. Abhängig vom Medienzuspieler lässt Du das Hausautomationssystem das Bildformat auslesen und die Leinwand wird automatisch auf das passende Bidformat eingestellt. Alternativ sagst Du Siri welches Bildformat vorliegt und die Leinwand stellt sich dann ein. Das sind z.B. so Dinge die ich selber persönlich nutzte, die Automatisierung macht dabei IP-Symcon zusammen mit Hue und dem Logitech Hub und den bestehenden AV Geräten.invidianer hat geschrieben: 19. April 2020 00:56 ... bin halt technikverrückt und das Konfigurieren würde mir Spaß machen.
So wirklich „brauchen“ tue ich das nicht, aber es ist schon irgendwie sinnvoll, per Siri das Licht einzuschalten und das Heimkino zu starten![]()
In dem Fall ist es wirklich sinnvoll zunächst mal mit Heimkino zu beginnen und dann zu schauen wo die Reise hingeht. Du wirst mit so einer alten Verkabelung so oder so sehr wahrscheinlich Probleme bekommen. Ob das jetzt die fehlende Anzahl der Adern bei einem Stromkabel ist um ein bestimmtes System nachrüsten zu können oder vielleicht auch einfach die grundsätzliche Verkabelung. Selbst wenn Du z.B. Homematic IP nutzten wollen würdest, bringt Dir das rein gar nichts, wenn an den Stellen, an denen Du einen Aktor setzten willst, gar kein Neutralleiter gelegt bzw. vorhanden ist. Daher müssen egal ob jetzt Funk nachgerüstet wird mit irgendeinem Funksystem der Wahl oder auch die bestehende Verkabelung genutzt wird, wie bei Digitalstrom, grundsätzliche Voraussetzungen der Verkabelung erfüllt sein.invidianer hat geschrieben: 19. April 2020 00:56 Da das Haus 60 Jahre alt ist, werde ich nicht umherkommen, die Elektrik komplett erneuern zu lassen (es wurde seinerzeit viel gepfuscht an diesem Haus, teilweise sind Räume überhaupt nicht abgesichert!). Eigentlich wollte ich das erst in ein paar Jahren machen lassen, aber vielleicht bietet es sich an, das vorzuziehen und dann eben möglichst viel tatsächlich gleich per Kabel anzubinden ...
Das beste ist da am Schluss doch irgendwann die gesamte Verkabelung auf einen aktuellen Stand zu bringen, dann lohnt es sich aber meist auch gleich ein Bus System zu nutzten. Egal wie, bei solchen Sachen wirst Du einen Elektriker brauchen, nur haben von denen viele leider immer noch wenig Ahnung von einem richtigen SmartHome sondern verkaufen Dir wenn dann was von der Stange oder das was diese eben unter SmartHome verstehen. Als ich meinem ausführenden Elektriker, als ich das Haus gebaut habe, damals gesagt habe ich möchte im jedem Raum eine Netzwerkdose haben mit Gigabit LAN Verkabelung, hat der mich angeschaut und gefragt ob ich ein Rechenzentrum betreiben will, wir wären ja nicht bei der NASA.
Das heutzutage nur noch alles gestreamt wird und selbst das Telefon inzwischen über das Netzwerk bzw. IP funktioniert, war dem damals wohl in seinem Gedankenhorizont nicht vorstellbar. Ich habe aber schon vor Jahren über die Dreambox TV über das Netzwerk im Haus geschaut.
Die gleiche Situation hast Du leider heute immer noch als technikaffiner Mensch, Du sagst einem Elektriker das Du ein durchdachtes SmartHome haben willst und dann schaut Dich teilweise ein "Experte" fragend an und fragt Dich wozu man so was denn braucht

Daher wenn Du das angehen solltest, macht es vielleicht dann Sinn einen Integrator zu nutzten der sich mit dem Hausautomationssystem auskennt das Du nutzten wirst oder willst oder sich eben in dem passenden Spezialforen des Hausautomationssystem einzulesen, wenn Du das selber machen willst.
Ja das sollte gut überlegt und geplant sein und im Zweifelsfall fängst Du halt mal beim Heimkino an.invidianer hat geschrieben: 19. April 2020 00:56 Ich muß mir das wohl doch nochmal durch den Kopf gehen lassen ...
Wenn die Verkabelung wie in Deinem Fall "uralt" ist, sind zunächst mal andere Dinge zu berücksichtigen z.B. ob ein Neutralleiter vorhanden ist, sonst braucht Du auch über so Dinge wie Homematic IP nicht nachzudenken.invidianer hat geschrieben: 19. April 2020 00:56 z.B. Homematic Komponenten ca. die Hälfte von EnOcean (in dem Falle Eltako) ...